Wir für Dessau-Roßlau
22.01.2010 Gestern gab ein dicht gedrängtes Podium dem eher spärlichen Publikum im Ratsaal eine Vorstellung in Einigkeit zum Thema Bauhausstadt als wichtigem Teil unserer Stadt. Die verschiedensten Aspekte von seiner Zeit weit vorauseilender Innovation, Wissenschaft und Technik wurden beleuchtet und dass mehr die Methoden als die Realisierung der Meister auch heute positive Entwicklungen beflügeln können.
Das Bauhaus ist ein wichtiges Element im Verständnis und in der Werbung unserer Stadt. Wie wir die Bauhausgedanken fruchtbar machen und weiterentwickeln, das ist die (unbeantwortete) Frage heute. Dankenswerter Weise bezog Thomas Busch bei den Meisterhäusern Position: In Weiterentwciklung der Bauideen von Gropius und Co. ließe sich auch über einen guten Neubau anstelle der historisaierenden Rekonstruktion des Gropiushauses Punkte beim Publium machen. Bei der Solarindustrie z.B. hat es nicht geklappt. Evtentuell könnte das UmweltBundesAmt Aufhänger für eine auch wirtschaftlich erfolgreiche Entwicklung sein. Dahin müßte dann auch das Gründerzentrum orientiert werden.
Bevor der Stadt das Etikett Bauhaus umgehängt wird, muß es sich auch im täglichen Erleben zeigen. Erst dann, wenn sich Bauhaus als echte Stärke erweist – nicht nur von außen angesehen, sondern auch innen erlebt – ist es richtig, zugunsten dieser Stärke andere Bereiche hintan zu stellen. Bis dahin müssen Gartenreich, Sportstadt, Philantropen, Junkers und Oechelhäuser für die Technik und Anderes mehr zu ihrem Recht kommen und herausgestellt werden. In den nächsten Jahren wird dies vor allem das 800-jährige Anhalt-Jubiläum sein. 100 Jahre Bauhaus muten da bescheiden an!
Farbig wurde das schon in der Kleiderfarbe wenig Akzente setzende Podium erst bei der Frage nach der Namensänderung von Dessau-Roßlau: Weg mit diesem häßlichen Bindestrich-Namen, hörten wir von Herrn Ernst. Und der Ex-OB Dr. Neubert brachte es wie immer klug formuliert auf den Punkt: Wenn von außen mit Dessau schon automatisch das Bauhaus verbunden wird, dann sollte es auch auf dem Ortsschild erkennbar sein, vielleicht 2016. Er gab zu, dass dies keine Mehrheit im Stadtrat hat.
Und das aus gutem Grund: Nicht nur, weil den Roßlauern mit der Fusion die Stärkung des Oberzentrums und die Region zu verdanken ist, sondern auch weil wir noch gar keine Zeit hatten, die Städteehe wirklich liebevoll zu leben. Nach den „Flitterwochen“ wurde im Stadtrat und bei taktlosen Neujahrsreden schnell zu Mäkeleien und Änderungswünschen übergegangen. Das hat sich nach jetzt 2 ½ Jahren kaum geändert.
Ich fühle mich nach über 21 Jahren mit meinem Doppelnamen immer noch wohl. So habe ich nicht nur meinen Geburtsnamen, sondern auch den verbindenden Familiennamen. Darauf wollte ich nicht mehr verzichten! In unserem Bundesland sind wir auch nach 20 Jahren froh, dass Anhalt am Bindestrich hängt. Deswegen: Wir lassen uns den Bindestrich nicht klauen, sonst geht die Bindung flöten.
Dessau-Roßlau find’ ich gut!
Stefan Giese-Rehm
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