Klima schützen.
12.03.2007 Der Klimawandel ist zurzeit in aller Munde. Deutschland stellt erschreckt fest, dass der Klimawandel, der noch vor ein paar Jahren als weit in der Zukunft liegendes Schreckensszenario gesehen wurde, plötzlich mit deutlichen Zeichen vor der Tür steht. Die Medien stellen die Möglichkeit zu handeln vorwiegend als Aufgabe der Bundespolitik, besser der Europa- oder gar Weltpolitik dar. Doch auch in Dessau ließe sich viel tun. Sturmschäden und Hochwasserereignisse zeigen, Klimaschutz ist auch ein Thema für Dessau.
Energiesparen in öffentlichen Gebäuden: Wer Energie spart schont das Klima und spart auch Geld. Ob Rathaus, Schulen oder Kindergärten, die Stadt unterhält viele öffentliche Gebäude. Im Durchschnitt lassen sich hier durch Sanierung etwa 60% der Heizenergie sparen. Aber auch kluge Benutzung wie richtiges Lüften hilft schon viel. In Dessau werden diese Möglichkeiten – abgesehen von wenigen Schulen – bisher nicht ausreichend genutzt.
Erneuerbare Energien: Überall dort, wo wir statt Kohle, Öl und Erdgas erneuerbare Energien kaufen, schonen wir das Klima und fördern die regionale Wirtschaft. Dessau hat mit der Mitgliedschaft in der Kampagne Solar Lokal einen Anfang gemacht – doch Taten fehlen. Alle öffentlichen Gebäude sollten ihr warmes Wasser von der Sonne beziehen. Auch die Stadtwerke Dessau könnten mehr und günstigeren umweltfreundlichen Strom anbieten. Andere Anbieter zeigen, dass dies geht.
Die Verbrennung von Gartenabfällen sollte der Vergangenheit angehören. Wir machen uns seit Jahren dafür stark, Alternativen zur Verbrennung durchzusetzen. Eine Möglichkeit wäre die zentrale Verwertung aller Bioabfälle in einer Biogasanlage. Weniger Luftverschmutzung und geringere Entsorgungskosten wären die Folge.
Verkehrspolitik mit dem Umweltverbund: In der Stadt ist das Auto das klimaschädlichste Verkehrsmittel. In Dessau haben Busse und Bahnen, Fußgänger und Radfahrer zusammen immerhin noch einen höheren Anteil am Verkehr als das Auto. Wenn wir aber neuen Strassen bauen, fördern wir, dass das Auto benutzt wird.
Mehr und umweltfreundlichere Fernwärme. Dessau hat ein modernes Heizkraftwerk, das neben Strom auch gleichzeitig viel Wärme erzeugt. Leider nehmen immer weniger Dessauer Haushalte diese Wärme auch ab – so dass sie nutzlos wird. Die Stadt muss Wege finden, wieder mehr Haushalte an die Fernwärme anzuschließen, oder durch gezielte Industrieansiedlungen Nutzer für die Abwärme gewinnen.
Es gibt viele Wege, sich auch in Dessau für den Klimaschutz einzusetzen. Wir werden uns im Stadtrat weiter dafür stark zu machen.
Dr. Ralf-Peter Weber
Weitere Informationen auf buergerliste-gruene.de:
